Pesach

Von Nisan bis Adar: Die Reise durch den jüdischen Kalender



P E S A C H

Aktivitäten - Ziele des Erziehers

  • Verständnis für und Identifikation mit den Botschaften des Pesachfestes.
  • Grundsätze, die im eigenen Leben und während der Sederzeremonien erfahren wurden, sollen erfahren und angewandt werden.
  • Vermittlung der historischen, philosophischen, traditionellen, idiomatischen und folkloristischen Aspekte, um ein möglichst vollständiges Bild des Pesachfestes zu erhalten.
  • Vermittlung des Hintergrundwissens für die Aktivitäten vor und während Pesach (vorbereitende Aktivitäten, Familienprogramme, Schulen, Jugendbewegungen).

Hinweis:

Es gibt eine Unzahl von Möglichkeiten, den Exodus und das Pesachfest in unser heutiges tägliches Leben zu übersetzen, um ihre Bedeutungen für Schüler und Studenten jeden Alters zu verstärken. Mit unseren Aktivitäten entfernen wir uns von den traditionellen Aktivitäten für Studenten, wie dem Schreiben der eigenen Haggada oder dem Entdecken von Parallelen im Exodus aus verschiedenen Formen der modernen jüdischen Knechtschaft (Syrien, Jemen, Äthiopien, ehemalige Sowjetunion). Unser Schwerpunkt liegt vielmehr auf den spezifischen Elementen des Seders und des Festes.

Text Checks

  • Benutzt die Liste der biblischen Quellen und die Haggada, um alle anderen Namen des Pesachfestes zu finden.

Ma Nischtana

  • Macht eine Liste von Dingen, die mit den einzelnen Festen verbunden sind, und eine Liste speziell für Pesach. Vermischt die Buchstaben jedes Wortes und ihre Reihenfolge.
  • Kinder sollen die Wörter korrigieren und sie wieder in die richtige Liste einsetzen. Diskussion und Erklärung.

Pesach Metaphern

Bedikat Chametz

Die Chametzsuche wird am Vorabend des 14. Nissan ausgeführt.

Was ist Chametz?

Zu welchen anderen Zeiten des Jahres führen wir eine Suche aus und wonach suchen wir? (Wir suchen unsere Seelen während des Monats Elul und in den zehn Busstagen zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur. Wir erforschen unsere Unzulänglichkeiten und falschen Handlungen - Chametz ist auch dafür eine Metapher - und denken darüber nach, wie wir uns in Zukunft besser verhalten können.

Zu welcher anderen Zeit des Jahres haben wir auch mit "Krümel" zu tun? (Während der Taschlich-Zeremonie zu Rosch HaSchana, wenn die Brotstückchen, die wir ins Wasser werfen, unsere Sünden symbolisieren.) Diskutiert die symbolischen Beziehungen, Freiheit, Wahl und Verantwortung.

Sklaverei

Für diese Aktivität benötigt man einen Atlas zur jüdischen Geschichte, Papier in Postergrösse und eine Rolle braunes Papier.

"Und Jakob zog nach Ägypten ... und wir waren Sklaven des Pharao in Ägypten."

Benutzt des historischen Atlas und findet weitere Beispiele für Wanderungen des jüdischen Volkes, die sie in irgendeinem Teil der Welt entweder in die Knechtschaft oder in die Gefangenschaft führten.

Welches Schicksal erwartete die Juden in diesen Ländern - konnten sie sich befreien?

Stellt zu zweit oder zu dritt für jedes Ereignis eine Karte her. Andere fertigen eine Chronologie an, die rundherum an der Wand befestigt wird. Befestigt die Karten an der richtigen Stelle.

Diskutiert die relativen Elemente jedes Ereignisses: Einschränkung der Freiheit; Prozess der Befreiung; kultureller, geographischer und emotioneller Einfluss. Welche Bedeutung hat die vierzigjährige Wüstenwanderung zwischen dem Exodus und der Landnahme?

Rollenspiele

Tagebücher und Briefe

Jeder Teilnehmer schlüpft in eine der folgenden Rollen und schreibt einen Brief an einen Freund oder eine Tagebuchseite. Wählt einige aus und lest sie vor.

  • Ein Kind, das in der folgenden Nacht mit seiner Familie aus Ägypten fliehen wird. Was weiss es, was wird es mitnehmen?
  • Ein junger Jude vor seiner Rückkehr aus dem babylonischen Exil, wo er mit seiner Familie ein angenehmes Leben führte. (Warum hat er sich entschlossen, mit dem Propheten Esra zu gehen. Wie denkt er über die bevorstehende Abreise, über die Zukunft, die ihn in Eretz Israel erwartet?)
  • Ein junger Jude aus einem Dorf zur Zeit des Tempels, der mit seiner Familie zum Pesachfest nach Jerusalem pilgert.
  • Ein Jugendlicher am Sinai vor der Gabe der Tora. Was sieht, hört und fühlt er? Was sind seine ersten und tiefsten Eindrücke?

Überraschung

Es gibt den Brauch, sich in Reisekleidung an den Sedertisch zu setzen, um den Exodus für die Familie zu verdeutlichen.

Während eines nachgestellten Seders oder auch beim Seder zu Hause ziehen zwei Teilnehmer Reisekleider an, nehmen ihre Taschen und Wanderstöcke.

Ein weiterer Teilnehmer weiss um die Verkleidung. Wenn die beiden zurückkehren, entspinnt sich folgender Dialog, an dem sich alle beteiligen koennen:

Sitzender: Wer seid ihr?
Reisende: Wir sind das Volk Israel.
Sitzender: Woher kommt ihr?
Reisende: Aus Ägypten.
Sitzender: Wohin geht ihr?
Reisende: Nach Eretz Israel.

Die vier Söhne

Teilt euch in vier Gruppen. Jede Gruppe zeichnet ein abstraktes Profil eines der vier Söhne und schlägt "Kandidaten" aus dem zeitgenössischen Leben für "ihren" Sohn vor. Erklärt, was dieser "Sohn" sagen würde. Wie könnten seine "Eltern" antworten?

Spielt eine Wahl für jeden Sohn und diskutiert im Kontext des Generationenkonfliktes und des Pesachfestes.

Aufwärmer

Die folgenden vier Spiele wurden für jüngere Teilnehmer konzipiert. Sie sind anregend und unterhaltend. Jedes Spiel sollte zwischen fünf und fünfzehn Minuten dauern, abhängig von Grösse und Enthusiasmus der Gruppe.

Konzentrische Kreise

Die Gruppe wird geteilt und in zwei konzentrische Kreise, die einander anblicken, gesetzt, so dass zwischen den Ägyptern (innerer Kreis) und den Hebräern (äusserer Kreis) Paare entstehen.

Im folgenden werden fünf Ideen für Diskussionen zwischen den Paaren angeführt. Eigene Ideen können hinzugefuegt werden. Jedes Paar erhält ein Thema und zwei Minuten, um den Dialog zu spielen, wenn sie das Kommando "Los" hören.

Wenn "Stop" gerufen wird, bewegt sich der innere Kreis im Uhrzeigersinn um einen Sitz weiter, der äussere gegen den Uhrzeigersinn. Nun wird wieder "Los" gerufen, und jeder führt die Diskussion weiter, als sei nichts geschehen.

Nach dem letzten "Stop" sollen die Paare raten, über welches Thema jeder von ihnen gesprochen hat. Wer konnte die richtige Diskussion führen?

  • Die Versklavung der Hebräer durch den Pharao.
  • Sollte der Pharao den Hebräern erlauben, Ägypten zu verlassen?
  • Mein tägliches Leben in Ägypten, wie geht es mir?
  • Meine Erfahrung mit den Zehn Plagen.
  • Was denke ich über Moses?

Rund um den Sessel

Der Gruppenleiter steht auf einem Sessel in der Mitte des Raumes, die Gruppe in der Nähe. (Vielleicht gibt es einen Kassetten- oder CD Spieler).

Der Leiter ruft "Los" und die Gruppe wandert um ihn herum. Er ruft den Namen einer Figur, die mit Pesach verbunden ist, und die Gruppe geht in der Art dieser Figur. Die Figur wechselt nach einer Minute. (Man benötigt zehn Figuren.)

  • Sklave
  • Pharao
  • Kind, den Afikoman suchend
  • Matzabäcker
  • Eltern, Chametz suchend
  • Ägypter beim Versuch, das Rote Meer zu durchqueren
  • Moses, das Volk durch die Wüste führend

Ausweispapiere

Bereitet Karten mit den Namen der unten angeführten Personen aus der Exodusgeschichte und der Haggada vor.

Befestigt eine Karte auf dem Rücken eines jeden Teilnehmers, der dann seine Identität erraten muss, indem er den anderen Teilnehmern Fragen stellt, die nur mit "ja" oder "nein" beantwortet werden dürfen.

Wenn jeder seine Identität erraten hat, bildet kleinere Gruppen mit drei bis fünf Teilnehmern, die kleine Szenen spielen, in denen diese Figuren vorkommen.

  • Moses
  • Miriam
  • Pharao
  • Aaron
  • die vier Söhne
  • Elias
  • die Tochter des Pharaos

Puzzle Paare

Viele Ausdrücke zu Pesach bestehen im Hebräischen (und auch im Deutschen) aus zwei Wörtern oder Ideen. Stellt Karten mit diesen Ausdrücken her und schneidet sie auseinander. Benutzt ein Lexikon oder eine Haggada, um Beispiele zu finden.

Gebt jedem Teilnehmer ein Stück einer Karte. Die Gruppe spaziert umher. Wenn der Leiter ein Wort ruft, müssen die beiden Hälften einander finden.

  • Omer - Zählen
  • Chametz - Suche
  • Matza - Schmurah
  • Ungesäuertes - Brot

Karten und Ränge (Übung)

Ziel: Vertiefende Diskussion über die Bedeutung des Pesachfestes, wie es von den Teilnehmern wahrgenommen wird.
Vorbereitung: Jeder Teilnehmer erhält 15 Blätter Papier in Spielkartengrösse und einen Bleistift. Ausserdem muss eine Liste von Pesachthemen vorbereitet werden.
Vorgangsweise:
  • Verteilt Papier, Bleistifte und Themenlisten.
  • Erklört, dass es sich um eine Übung handelt, bei der es keine "richtigen" oder "falschen" Antworten gibt. Die persönliche Meinung des einzelnen Teilnehmers zählt.
  • Jeder Teilnehmer wählt 15 Punkte aus der Liste, die ihm für Pesach bedeutsam erscheinen und schreibt jeden Punkt auf eine Karte.
  • Jeder Teilnehmer wählt nun aus seinen 15 Karten jene drei, die fär ihn am wenigsten wichtig sind und legt sie fär später beiseite. (Fünf Minuten)
  • Die Teilnehmer werden in Gruppen von vier bis sechs Personen aufgeteilt.
  • Jede Gruppe sieht sich nun die drei Karten an, die von jedem ausgewählt wurden und diskutiert die Auswahl.
  • Die Gruppen wählen ihre drei bedeutsamsten Karten und begründen ihre Meinung.
  • Alle versammeln sich wieder und präsentieren ihre Auswahl. Singt Pesachlieder zwischen den Präsentationen.
  • Kurze Diskussion:
    1. Warum feiern wir heute Pesach?
    2. Wie können wir heute die wichtigsten Elemente dieses Festes bewahren?

Pressekonferenz

Ziel

Stärkung des Verständnisses für die Motive der Hauptfiguren der Pesachgeschichte. Heutige Relevanz der historischen Fakten.

Vorbereitung

Bibel (Buch Exodus), eine kurze Geschichte Pesachs, Haggada. Falls möglich, ist es förderlich, ausgewählte Passagen aus dem Film "Die Zehn Gebote" zu zeigen.

Vorgangsweise

Die Gruppe wird folgendermassen eingeteilt: Moses, Aaron, Pharao und Journalisten.

Die Journalisten bereiten Presseausweise und Fragen vor. Moses, Aaron und der Pharao schreiben kurze Statements.

Moses, Aaron und der Pharao müssen in ihrer Rolle bleiben und sollten versuchen, sich selbst im besten Licht zu zeigen. Die Presse sollte sich um ein tieferes Verständnis der Ereignisse bemühen. Alle Quellen können benutzt werden.

Die Statements eröffnen die Pressekonferenz. Danach können die Journalisten ihre Fragen stellen. Falls niemand beginnt, kann der Gruppenleiter mit der Frage: "Pharao, warum haben Sie so lange gewartet, bis sie das jüdische Volk frei gaben?" den Anstoss geben.

Dajenu

Ziel

Anfertigung einer zusammenfaltbaren (Ziehharmonika) Collage über die relevanten Ereignisse. (Erfordert zwei Unterrichtseinheiten)

Vorbereitung

  • Kopien des Liedes "Dajenu" auf Hebräisch und Deutsch
  • Tafel 27cmx34cm für jede Gruppe
  • Bilder (alte Photohefte, Zeitungen etc.)
  • Weisses Papier
  • Filzstifte, Kreiden, Bleistifte, Klebstoff
  • Klebebänder
  • Klebepapier, um die Tafeln zu bedecken

Das Lied "Dajenu" ist eine Zusammenfassung der historischen Ereignisse vom Exodus aus Ägypten bis zur Landnahme. Zwei bis drei Teilnehmer arbeiten an einer Strophe.

Jede Gruppe erforscht die Geschichte des in der Strophe erwähnten Ereignisses und sammelt Material.

In einer zweiten Einheit baut jede Gruppe auf ihrer Tafel eine Collage des Ereignisses. Danach werden alle Collagen verbunden, das Lied wird gesungen und die Ergebnisse begutachtet. Dekoriert euer Klassenzimmer oder euren Klubraum mit der Mini-Ausstellung.

Persönliche Zeugnisse

Im Kontext von Pesach und seiner erzieherischen Botschaftenüber das jüdische Leben gibt es viele einfache Projekte, die entwickelt werden können, nicht nur um den Reichtum der Tradition zu zeigen, sondern auch die Relevanz ihrer Bedeutungen. Um dieses Projekt fertigzustellen, müssen drei bis vier Unterrichtseinheiten und die technischen Möglichkeiten eingeplant werden.

Findet in eurer Gemeinde einige Leute, die in verschiedenen Ländern geboren wurden und sich gut an ihre Pesachtraditionen erinnern können. Sie müssen einem Interview bei sich zu Hause oder bei euch zustimmen. Interessante Erinnerungsstücke oder Photoalben sind hilfreich. Fragt, ob ihr Photos kopieren dürft.

Entscheidet euch für eine der Möglichkeiten:

  • Dia-Serie
  • Video
  • Album
  • Ausstellung

Bereitet die Teilnehmer auf die Interviews, die sie führen werden vor. Wen werden sie treffen, welche Lebensgeschichte hat diese Person. Bereitet Fragen über den Seder, Pesachtraditionen, Gegenstände, Mementos, jüdisches Leben im Geburtsland, Gründe für das Verlassen dieses Landes etc. vor.

Jedes Team führt ein Interview und diskutiert danach die Themen, die betont werden sollen.

Gemeinsam mit dem Gruppenleiter umreisst jedes Team sein Projekt und beginnt mit der Arbeit ...

Präsentation und Übersicht.



[Zurück] [Weiter]

[Feste und Feiertage] [Deutsche Seiten] [Pädagogik Zentrum]

Pädagogik Zentrum
Direktor: Dr. Motti Friedman
Web Site Manager: Esther Carciente, esthers@jajz-ed.org.il
Deutsche Seiten: Dr. Chani Hinker


Terms and Conditions of Use of the Website
Copyright © 1992 - 2008 The Department for Jewish Zionist Education. All rights reserved.
The e-mail addresses @jajz are being discontinued
To Contact Us, Click and Choose Educational Helpdesk under Category